KiWI-Treff 2023

KiWI konnte seine cineastischen Pläne in den vergangenen Jahren u.a. wegen der Pandemie nicht komplett umsetzen, aber viel Hochwertiges haben wir dennoch zeigen können. Hier kommt die Planung für 2023.

Es geht am 16.02. und am 09.03.  los mit einer Doku über die Flutkatastrophe 1962 und mit einer Literaturverfilmung zum Thema Wasser, Deiche, Land unter.

Die große Flut von 1962 ist vielfach dokumentiert und mehrfach filmisch bearbeitet worden. Bei den Dokumentationen zeigte sich, wie zurückhaltend damals in den Medien berichtet wurde; Vieles kam erst sehr spät ans Tageslicht und zeigte die Menge der Unzulänglichkeiten und Versäumnisse auf. Die Filme wiederum zeigten häufig mehr, als die Faktenlage eigentlich hergab – fiktive Nebenhandlungen und Personen sowie deren private Probleme machen Filme bunter und actionreicher, aber dienen mehr der spannenden Unterhaltung als der soliden Information. KiWIs Filmbeispiel schafft es, hoch authentisch zu sein mit vielen Zeitzeugenberichten und wirklichkeitsnahen szenischen Umsetzungen ihrer Erlebnisse. In der NDR-Produktion kommt auch Altbundeskanzler Schmidt zu Wort, der damals als Hamburger Innensenator das Heft des Handelns in die Hand nahm. In den Spielszenen wird er von Ulrich Tukur dargestellt.

Am 9. März zeigen wir die Verfilmung einer Novelle von Theodor Storm, in der es um Deichbau und Sturmflut und um Verantwortung für die Menschen geht, die in ständiger Bedrohnung durch die See leben. Die Novelle vom Deichgrafen, der auf weißem Pferd über den Deich galoppiert, ist mehrfach verfilmt worden: Schon in der Nazizeit mit stark völkischem Einschlag und in den 1970er Jahren als bunter Unterhaltungsfilm mit importiertem Hollywoodstar. Wir zeigen eine Version aus der Endzeit der DDR, die in Kooperation mit polnischen Filmemachern enstanden ist. Sehr werktreu, ohne Pathos, ohne Kitsch.

Am 27.April und 11.Mai ein zweiter Aspekt des filmischen Motivs:

Natur und Mystik 
Seeungeheuer, Klabautermänner, Sturmgötter…Der Kampf der
Menschen gegen die Gewalten der Natur hat immer schon die
Phantasie beflügelt. Natürlichen Phänomenen, die heute durch
Meteorologie, Biologie und Geologie rational durchleuchtet
sind, wurden daher in früheren Zeiten mystische Dimensionen
verpasst und übernatürliche Ursachen zugeschrieben. Literatur
und Film haben das gerne aufgegriffen und bildgewaltig umgesetzt, wie unsere Beispiele zeigen werden.

Wir begannen am 27.04. mit einem amerikanischen Klassiker des Regisseurs John Huston aus dem Jahr 1956. Es ist die Verfilmung eines weltberühmten Walfängerromans von Herrman Melville.

Weiter ging es am 25.Mai mit dem in der Filmgeschichte häufiger zu findenen Motiv eines Mensch-Fischwesens und der ganzen Bandbreite der Reaktionen, die einer solchen fiktiven Lebensform entgegenschlagen kann: Angst vor dem Unbekannten, Mitleid, Sensationsgier, wissenschaftliche Neugier und auch Hass auf das Fremdartigen.Ein Film mit viel Diskussionspotential!

Am 08. Juni  und 13. Juli ein neuer Aspekt des filmischen Motivs:

Klima – Fantasy und Science Fiction

Die Warnung vor ökologischen Katastrophen gibt es nicht erst seit den grünen Bewegungen der 1970er Jahre. Das Kino hat immer schon gerne mit dystopischen Visionen geliebäugelt und seine immer perfekter werdenden Special Effect-Techniken zum gruseligen Illustrieren sensationeller,
aber eben auch ernstzunehmend warnender Szenarien genutzt.

KiWI zeigt zwei Erfolgsfilme der 60er und 70er Jahre, die damals als reine Blockbuster galten, heute aber vom Weitblick der Drehbuch-Autoren zeugen